CDU Moringen

Straßenbeleuchtungskonzept

Standard für Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter und Beschattung

Antrag zum Straßenbeleuchtungskonzept für die Stadt Moringen

Die CDU-Fraktion der Stadt Moringen beantragt:

1. Die Beauftragung eines qualifizierten Fachbüros mit der Untersuchung, inwieweit die Straßenbeleuchtung in der Kernstadt sowie in den Ortschaften hinsichtlich

  • Qualität,
  • Wirtschaftlichkeit und
  • Energieeffizienz
    angepasst und verbessert werden kann.

2. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse ein Sanierungs- und Entwicklungskonzept für die Straßenbeleuchtung zu erstellen und die darin empfohlenen Maßnahmen sukzessive umzusetzen.

3. Bei der Planung und Umsetzung verfügbare Fördermöglichkeiten, insbesondere aus der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI), zu prüfen und nach Möglichkeit zu integrieren.

Begründung

Seit rund zehn Jahren wird die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet schrittweise auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt, entsprechend dem damals verfügbaren technischen Stand. Mit der kürzlich eingeführten Nachtabschaltung einzelner Leuchten konnten zusätzliche Energie- und Kosteneinsparungen erzielt werden.

Wir möchten diese Zielsetzung konsequent fortsetzen und weiterentwickeln. Dabei greifen wir den Grundgedanken des Antrags der SPD-Fraktion vom 06.11.2025 auf und möchten die unterschiedlichen – teils gegenläufigen – Anliegen aus der Bevölkerung mit den Zielen Kostenreduktion, Energieeinsparung sowie Umwelt- und Klimaschutz bestmöglich in Einklang bringen.

Da sich die Beleuchtungstechnik in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat, stehen inzwischen zahlreiche zusätzliche Optionen zur Verfügung, unter anderem:

  • zeit- oder präsenzabhängige Regelungstechnik,
  • zonenweise Steuerung,
  • stufenweise Dimmung statt vollständiger Abschaltung,
  • optimierte Mastabstände und Masthöhen,
  • Weiterentwicklung der LED-Technologie,
  • ggf. auch Netz-/Akkulösungen für Sonderbereiche.

 

Die bereits im SPD-Antrag angesprochene Dimmung und in anderen Gemeinden bereits umgesetzte stufenweise Dimmung aller Leuchten scheint eine Möglichkeit zu sein, die derzeitige nächtliche Teilabschaltung zu ersetzen, die Ausleuchtung zu verbessern und gleichzeitig zusätzliche Energieeinsparungen zu erzielen (siehe Anhang).

Um das Beleuchtungssystem der Stadt Moringen langfristig und vorausschauend an den Stand der Technik, an geänderte Anforderungen und an bestehende gesetzliche Vorgaben (z. B. DIN-Normen) anzupassen, ist eine fachlich fundierte und ganzheitliche Planung erforderlich. Die bereits erzielten Einsparungen bei den Stromkosten können hierzu verwendet werden und einen wichtigen Beitrag leisten.

Für Planung und Umsetzung eines solchen Beleuchtungskonzeptes stehen möglicherweise Fördermittel aus der Kommunalrichtlinie im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) zur Verfügung („Richtlinie zur Bundesförderung kommunaler Klimaschutz“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz).

 

Beispiele zur Umsetzung und Förderung eines Beleuchtungskonzeptes finden sich z.B. in der Gemeinde Wedemark, der Stadt Springe und der Stadt Burgwedel.

Auf der Webseite der Stadt Springe heißt es beispielhaft:

„…Zudem werden die neuen LED-Leuchten über Nacht stufenweise gedimmt, wodurch eine weitere Reduzierung der Energie und Kosten erreicht werden konnte. Die Beleuchtung wird wie folgt stufenweise gedimmt bzw. erhellt:

Ab 19:30 Uhr       Reduzierung auf 75 %

Ab 21:00 Uhr       Reduzierung auf 50 %

Ab 22:30 Uhr       Reduzierung auf 25 %

Ab 05:00 Uhr       Erhöhung auf 65 %

Ab 06:30 Uhr       Erhöhung auf 100 %

Mit dieser Umstellung und Anpassung konnte vor allem die Lichtverschmutzung erheblich reduziert werden. Zum anderen ist die moderne, hier eingesetzte, LED-Technik aber auch insektenfreundlich und erfüllt alle Kriterien der Schrift 543 des Bundesamtes für Naturschutz "Nachhaltige Außenbeleuchtung". Dies sind im Einzelnen:

1. Lichtfarbe 3000K, ohne UV-Licht und geringer Blaulichtanteil,

2. Beleuchtungsniveaus am unteren Ende der Beleuchtungsklassen, durchschnittliche Beleuchtungsstärke bei Vollleistung < 3 lx (= kleinste Beleuchtungsklasse nach DIN 13201-1),

3. 80 % der Beleuchtungszeit im gedimmten Modus, davon über die Hälfte mit 25-30% Lichtniveau (maximale Dimmung entspricht im Durchschnitt dem Beleuchtungsniveau von Vollmond),

4. 95 % technische Leuchten, also ohne mitleuchtende Kuppeln, die das Licht nur nach unten abgeben und damit eine geringe Anlockwirkung für Insekten haben,

5. 95 % technische Leuchten, also zudem dichte Leuchten, so dass Insekten nicht in die Leuchten gelangen und dort verenden können,

6. Lichtverteilungen, die besonders den Verkehrsraum und nur minimal die Vorgärten ausleuchten,

7. Verzicht auf Beleuchtung in der freien Landschaft, Anteil in Springe nur ca. 1% der Beleuchtung. …“

[https://www.springe.de/portal/seiten/led-strassenbeleuchtung-900000148-24600.html]

 

Auf der Webseite der Gemeinde Wedemark heißt es:

„Wir sparen enorme Mengen Strom, ohne dass es dunkler wird. Im Gegenteil: Die Straßen sind heute besser und gezielter ausgeleuchtet“, betont Bürgermeister Helge Zychlinski.“

„Die Technik bringt Vorteile für Mensch und Natur. Insekten werden weniger angelockt, Anwohnerinnen und Anwohner können besser schlafen, und der Nachthimmel bleibt dunkel“, erläutert Projektleiter Jörg Meier von enercity.“

„Mit der Umstellung erfüllt die Gemeinde auch Wünsche der Ortsräte. Hauptstraßen sind heller, Wohnstraßen weniger stark beleuchtet. Mastverlängerungen und Abschirmungen verhindern zudem, dass Licht auf Privatgrundstücke fällt.“

[https://www.wedemark.de/portal/seiten/umstellung-der-strassenbeleuchtung-auf-led-918001953-20051.html]